BARMER-Umfrage: Schlaf und Digitalisierung
Gesundheit

Schlaf und Digitalisierung

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Smartphone oder Tablet im Schlafzimmer rauben Millionen Bürgern in Deutschland regelmäßig den Schlaf. Das ist ein zentrales Ergebnis einer repräsentativen Befragung durch das Meinungsforschungsinstitut Ipsos Observer im Auftrag der BARMER. Die Studie, welche insbesondere auch die Zusammenhänge von Schlaf und Digitalisierung beleuchtet, wurde – passend zum Tag des Schlafes – am 21. Juni 2018 vorgestellt.

Demnach bleiben 33 Prozent von denen, die elektronische Geräte permanent im Schlafzimmer haben, häufig oder stets länger wach als beabsichtigt. Von denen, die ohne Elektronik im Schlafzimmer auskommen, sind dies nur 15 Prozent. 36 Prozent der Bevölkerung beklagen zudem Einschlafprobleme. „Die Digitalisierung bietet im Alltag enorme Chancen und Potenziale. Unsere Befragung zur Schlafgesundheit in Deutschland zeigt aber auch, dass es sinnvoll ist, nicht permanent online zu sein“, so Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER. Dies sei allein schon deshalb wichtig, da ausreichend guter Schlaf Voraussetzung für körperliche und seelische Gesundheit sei. 38 Prozent der Befragten schlafen jedoch in einer typischen Arbeitswoche nur sechs Stunden und weniger. Lediglich 18 Prozent sind mit ihrem Schlaf voll und ganz zufrieden. Insgesamt waren im Mai 2018 im Zuge der BARMER-Erhebung 4.000 Menschen bundesweit online befragt worden.

Studie zu Schlaf und Digitalisierung: Morgens gilt der erste Blick dem Handy
Elektronische Kommunikationsmittel begleiten den Ergebnissen zufolge die Deutschen von der ersten Minute des Tages an. So werden 30 Prozent der Befragten noch im Bett medial aktiv, 28 Prozent tun dies beim Frühstück, weitere 19 Prozent kurz vor Verlassen der Wohnung. Mit 65 Prozent wird das Smartphone als Medium noch vor dem Aufstehen am häufigsten genutzt. Radio und Fernseher kommen auf nur zehn bzw. neun Prozent. Direkt vor dem Schlafen liegt der Fernseher dagegen mit 36 Prozent Nutzung noch vor dem Smartphone, dessen sich im Bett nur 29 Prozent der Deutschen bedienen.

ZITAT

„Elektronische Geräte wie Smartphone und Co werden offensichtlich nicht nur am Tag, sondern zunehmend auch in der Nacht zu einem weitverbreiteten Begleiter. Bei der BARMER-Befragung rund um das Thema Schlaf stellte sich zum Beispiel heraus, dass knapp 40 Prozent der Deutschen ihr Mobilfunkgerät häufig oder dauerhaft im Schlafzimmer aufbewahren. Genauso verfahren immerhin noch 21 Prozent mit ihrem PC oder Tablet.“

Prof. Dr. Christoph Straub,
Vorstandsvorsitzender
der BARMER

Tools zur Schlafanalyse weniger genutzt
Eine vergleichsweise untergeordnete Rolle spielten dagegen Tablets und E-Book-Reader. Tools zur Schlafanalyse werden derzeit noch von einer eher kleinen Gruppe genutzt. Immerhin sechs Prozent der Befragten lassen ihren Schlaf von einem Fitness-Armband „analysieren“, vier Prozent nutzen dafür eine App und nur ein bis zwei Prozent vertrauen auf Schlaf-Rechner-Apps, Online-Schlafprogramme oder ähnliche Tools. 39 Prozent der Befragten gaben an, zumindest tendenziell bewusst auf elektronische Geräte im Schlafzimmer zu verzichten.

Auch Stress und private Sorgen können den Schlaf rauben
Zugleich deckt die Befragung auf, dass neben der Digitalisierung auch private Sorgen und Stress Hindernisse für einen gesunden Schlaf sind. 39 Prozent der Befragten gaben dies als Ursache für eine Störung ihres Schlafes an. Gesundheitliche Probleme sind mit 34 Prozent zweitwichtigste Störfaktoren, gefolgt von beruflichen Problemen (33 Prozent). Die meisten von Schlafstörungen Betroffenen (26 Prozent) leiden an Ein- und Durchschlafstörungen. Knapp die Hälfte von ihnen (45 Prozent) waren damit beim Arzt, und in sechs von zehn Fällen bestätigte die Diagnose eine Schlafstörung.

Mehr Infos zur BARMER-Befragung über Schlaf und Digitalisierung
Was für einen gesunden Schlaf förderlich ist und wann zum Beispiel Schnarchen gefährlich werden kann, erfahren Interessierte in einem Themen-Special auf der BARMER-Homepage. Einfach hier klicken! Die wichtigsten Ergebnisse der Studie haben wir kurz und knapp für Sie zusammengefasst. Das PDF-Dokument können Sie ganz einfach hier herunterladen!

Michaela Del Savio

Redakteurin, BARMER
Unternehmenskommunikation

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Kommentar
  1. Ich bemerke, dass es schwierig ist, einzuschlafen, wenn ich mein Telefon benutze, bevor ich ins Bett gehe. Deshalb finde ich es interessant, mehr darüber zu erfahren. Es ist natürlich so, dass auch andere Faktoren wie Stress den Schlaf beeinflussen. Das stört mich nicht.

    1. Guten Tag Herr Schneider,
      vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Artikel über die „BARMER-Umfrage: Schlaf und Digitalisierung“. In der Tat weisen mittlerweile einige wissenschaftliche Studien darauf hin, dass künstliches Licht, hier vor allem das sogenannte blaue Licht, den Schlaf empfindlich stören kann. Denn moderne Leuchtmittel, wie sie auch in Smartphones & Co verwendet werden, enthalten einen besonders hohen Blaulicht-Anteil. Dadurch wird in der Nacht die Produktion des Schlafhormons Melatonin stark unterdrückt. Für weitere Informationen empfehle ich Ihnen, insbesondere auch in unserer Print-Ausgabe 1/2018 die Seite 11 zu lesen. Dort wird dieser Zusammenhang nochmals genauer dargestellt. Das entsprechende PDF-Dokument können Sie sich hier herunterladen