Immer mehr ältere Menschen mit gleich mehreren Krankheiten werden in Krankenhäusern behandelt. Laut Barmer-Krankenhausreport steigt auch die Zahl derjenigen, die bereits in der Klinik eine spezielle Reha bekommen. Doch diese ist laut Barmer teuer und nicht unbedingt besser als eine normale Reha.
Versorgung

BARMER-Krankenhausreport 2017

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In Deutschland liegen immer mehr über 70-jährige multimorbide Geriatrie-Patienten im Krankenhaus. In den Jahren 2006 bis 2015 stieg ihre Zahl um 80 Prozent, von 1,1 auf zwei Millionen Personen. Zu diesem Ergebnis kommt der BARMER-Krankenhausreport 2017. Ein Problem dabei: Diese Patienten werden nicht immer optimal versorgt. Denn immer mehr Betroffene erhalten bereits im Krankenhause eine spezielle Reha-Behandlung, obwohl diese deutlich teurer und nicht unbedingt besser ist als eine normale Reha. Besonders häufig bleiben die Patienten für diese sogenannte geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung (GFKB) exakt 14 Tage im Krankenhaus, weil die Kliniken dann die volle Pauschale für diese Reha abrechnen können. Für den Vorstandsvorsitzenden der BARMER, Prof. Dr. Christoph Strab, ein Unding: „Die Dauer der Behandlung sollte sich stärker am individuellen Bedarf des Patienten und an medizinischen Kriterien orientieren.“
Auch die Medien haben das Thema aufgegriffen, so wie beispielsweise das ZDF in der Sendung „Volle Kanne”. Den Beitrag können Sie sich auf den Internetseiten des ZDF ansehen.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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Kommentar
  1. Mein Mann hat in Kürze eine OP neues Kniegelenk. Die Narkose konnte er nicht vertragen es chlich sich vergesslichkeit ein, in der Reha ist man grnicht darauf eingegangen,er Suchte die Terapiplätze ( Anwendungen ) bis heute hat er solche aussetzer.Kann ich wenn er ins Krankenhaus kommt, Ihn Begleiten? Mein mann hat einen Behinderten Ausweis AG 80% .Es gibt Ihn mehr sicherheit wenn Er weiß das ich auch da bin?Bitte geben Sie mir einen Rat.
    Mit freunl.Grüßen Inge Stein

    1. Sehr geehrte Frau Stein,

      die Redaktion kann Leistungsanfragen leider nicht beantworten. Zu der Frage, ob Sie Ihren Mann ins Krankenhaus begleiten können, wenden Sie sich bitte an die BARMER unter der Rufnummer: 0800 333 1010.

  2. Hallo Barmer,

    ich sage hier nur kurz und schmerzlos dazu — ein Krankenhaus ist ein Krankenhaus — eine Reha ist eine Reha — man sollte nicht unbedingt versuchen zwei Füße in einen Schuh zu stecken – das kann am Ende schmerzhaft sein — ich stehe auf eurer Seite in diesem Belang —

    beste Grüße

    1. Hallo Herr Voigt,
      wie gesagt, die BARMER verteufelt die Krankenhaus-Rehas nicht generell, weil sie im Bedarfsfall durchaus gute Dienste leisten können. Jede Reha sollte aber in erster Linie an den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ausgerichtet sein, was offenbar nicht immer der Fall ist.

  3. Auf die Probleme „keine optimale Versorgung“ und „Abrechnungsmöglichkeiten beeinflussen Behandlung stärker als Patientenbedarf und medizinischer Sinn“ hin sollte man das gesamte Gesundheitswesen gründlichst untersuchen und Abhilfe schaffen.
    Beide Probleme verursachen erhebliche Vertrauensverluste und Ängste.

  4. Ich habe vom 30. Sept. bis 20. Oktober 2016 3 Wochen in der Rehaklinik nach einem sehr schweren Verkehrsunfall mit 10 diversen Knochenbrüchen zugebracht.
    Meine Erfahrungen waren sehr gut. Ich bin hervorragend betreut worden. Die Rehamaßnahmem waren sehr wirkungsvoll. Ich kam im Rollstuhl in die Rehaklinik. Ich wurde sofort auf einen Rollator umgestellt. Zu Hause habe ich den Rollator nach 10 Tagen nicht mehr benötigt. Inzwischen laufe ich weitgehend ohne Gehhilfe. Treppensteigen habe ich schon in der Klinik gelernt. 2 Finger, die nur begrenzt bewegungsfähig waren, wurden in der Rehaklinik innerhalb von 3 Tagen wieder voll mobilisiert. Der ärztlichen und physotherapeutischen Betreunung kann ich nur das höchste Lob zollen.
    Ein Aufenthalt in einer normalen Reha wäre für mich unmöglich gewesen, da ich bei der Einlieferung in die Reha völlig unbeweglich war.