Versorgung

Adipositas-Chirurgie

Die Menschen in Deutschland werden immer dicker. Allein im Jahr 2014 mussten sich laut aktuellem Report Krankenhaus der BARMER GEK gut 7 Millionen Menschen wegen krankhaftem Übergewicht (Adipositas) behandeln lassen. Dabei hat sich die Zahl derer, die sich aus diesem Grund einer Magenoperation unterzogen haben, allein unter den BARMER GEK Versicherten versechsfacht. Auf den ersten Blick durchaus nachvollziehbar. Schließlich verspricht ein sogenannter bariatrischer Eingriff einen schnellen Gewichtsverlust. Die Risiken einer solchen OP geraten bei soviel Vorfreude auf mehr Gesundheit und mehr Lebensqualität schnell in Vergessenheit. Dabei ist schon die Narkose für Übergewichtige riskanter als für Normalgewichtige. Und häufige Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislaufprobleme lassen zusätzlich das Risiko für Infektionen und andere Komplikationen ansteigen.

 

Zitat

Um es ganz deutlich zu sagen: Ein bariatrischer Eingriff ist alles andere als harmlos, sondern eine schwerwiegende, nicht rückgängig zu machende Operation an einem eigentlich funktionierenden Körper.

Dr. Christoph Straub, BARMER GEK Vorstandsvorsitzender

Keine Lifestyle-Aspekte

Es sollten also schon wirklich schwerwiegende Gründe sein, die am Ende zu einer Magenoperation führen. Nur wenn Lifestyle-Aspekte wirklich keine Rolle spielen und konservative Methoden wie beispielsweise Ernährungsberatung und Sportprogramme voll ausgeschöpft wurden, ohne dass sie zum gewünschten Erfolg geführt haben, sollte ein solcher Eingriff überhaupt in Betracht gezogen werden. Dann heißt es allerdings auch: Augen auf bei der Klinikwahl! Um mögliche Risiken so gering wie möglich zu halten, sollte eine Magenoperation in einem der zertifizierten Adipositaszentren erfolgen, da diese hohe Qualtätstandards haben und auch eine gute Nachsorge versprechen.

Glossar: Was ist eigentlich ...

alle öffnen

Darunter versteht man einen operativ-chirurgischen Eingriff am Magen-Darm-Trakt zur Reduktion des krankhaften Übergewichts. Dieser führt am Ende zu einem deutlichen Gewichtsverlust. Die bariatrische Operation wird erst durchgeführt, wenn alle konservativen Maßnahmen wie eine Umstellung der Ernährung, mehr Bewegung oder auch die Einnahme von Medikamenten keinen Abnehmerfolg brachten. Der Eingriff kommt für Patienten ab einem Body-Mass-Index von mindestens 40 in Frage beziehungsweise ab einem BMI von 35, sofern schwerwiegende Begleiterkrankungen vorliegen.

Hier werden etwa 80 bis 90 Prozent des Magens entfernt, sodass nur ein schlauchartiger Rest erhalten bleibt. Die Patienten empfinden dadurch beim Essen deutlich schneller ein Sättigungsgefühl. Im Jahr 2014 waren 45 Prozent der bariatrischen Eingriffe Schlauchmägen.

Bei dieser Operation wird ein Stück des Magens abgetrennt und direkt mit einer Dünndarmschlinge verbunden. Durch den verkleinerten Magen können die Patienten zum einen weniger Nahrung aufnehmen. Zum anderen passiert der Speisebrei eine geringere Strecke im Dünndarm, wodurch die Enzyme weniger Nahrungsbestandteile verdauen können. Im Jahr 2014 waren 46 Prozent der bariatrischen Eingriffe Magenbypässe.

Bei diesem Eingriff wird ein Band um den oberen Teil des Magens gelegt, das enger oder weiter gestellt werden kann. Durch das Band wird der Magen praktisch in zwei Teile getrennt. Die Magenband-Operation gilt heute als nicht mehr zeitgemäß und kommt in Deutschland kaum noch zum Einsatz.

Der BMI beschreibt eine Maßzahl, die das Gewicht einer Person in Relation zu ihrer Größe bewertet. Berechnet wird er nach der einfachen Formel: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Das Ergebnis zeigt, ob das Körpergewicht im normalen Bereich liegt. Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) teilt die BMI-Werte von Erwachsenen grob in unterschiedliche Gewichtsklassen ein:

Untergewicht: BMI unter 18,5

Normalgewicht: BMI zwischen 18,5 und 24,9

Übergewicht: BMI zwischen 25 und 29,9

starkes Übergewicht (Adipositas Grad I): BMI zwischen 30 und 34,9

Adipositas Grad II: BMI zwischen 35 und 39,9

Adipositas Grad III: BMI 40 oder mehr

Und das tut die BARMER GEK

Beim Kampf gegen das Übergewicht setzt die BARMER GEK gleichermaßen auf Prävention und Behandlung. Gemeinsam mit der Sarah Wiener Stiftung hat sie die erste und größte bundesweite Ernährungsinitiative im Rahmen des seit 2016 geltenden Präventionsgesetzes ins Leben gerufen. „Ich kann kochen!“ bringt Kita- und Grundschulkindern mit viel Engagement und Freude näher, wie man sich vernünftig ernährt, wo unsere Lebensmittel herkommen und wie viel Spaß der genussvolle Umgang mit Essen macht. Aber auch Erwachsene benötigen häufig professionelle Hilfe bei der Ernährungsumstellung. Eine qualifizierte Ernährungsberatung kann der erste Schritt in die richtige Richtung sein. Darüber hinaus unterstützt die BARMER GEK M.O.B.I.L.I.S. – ein Programm zur Gewichtsreduktion speziell für stark Übergewichtige.

Weitere Informationen zum aktuellen Report Krankenhaus finden Sie im BARMER GEK Presseportal.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Netiquette:
Wir freuen uns auf einen regen und fairen Austausch mit Ihnen und bitten Sie um die Beachtung folgender Punkte:
  • Eingehende Kommentare werden werktäglich bearbeitet und so veröffentlicht, wie sie eingereicht werden. Beiträge vom Wochenende werden montags publiziert.
  • Wir behalten uns vor, Kommentare abzulehnen, die anstößig, gesetzeswidrig, beleidigend, diskriminierend oder diffamierend sind.
  • Bitte verzichten Sie auf Beiträge und Links mit Werbung und anderen kommerziellen Inhalten.
  • Wir bitten um Verständnis, dass die Redaktion keine individuellen Leistungsanfragen beantwortet. Bitte nutzen Sie dafür den kostenlosen Telefonservice der BARMER unter der Rufnummer 0800 333 1010 oder den Service-Bereich bei barmer.de
Bitte beachten Sie auch unsere Datenschutzbestimmungen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten.