Da der Verdacht besteht, dass Medikamente eines chinesischen Herstellers verunreinigt sein könnten, erhalten BARMER-Versicherte kostenlose Alternativen.
Gesundheit

Rückruf des Blutdrucksenkers Valsartan:

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Gute Nachrichten für BARMER-Versicherte, die Valsartan-haltige Arzneimittel einnehmen: Sollten ihre Medikamente von der aktuellen Rückrufaktion betroffen sein, können sie sich eine Alternative verordnen lassen. Die Kosten dafür übernimmt die BARMER. Dies gilt auch dann, falls die alte Packung noch nicht aufgebraucht wurde. Patienten, die nicht wissen, ob sie betroffen sind, sollten Rücksprache mit ihrem Arzt halten. 

Fragen und Antworten

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Ja, nach aktuellem Stand sind auch Arzneimittel von Rabattpartnern der BARMER betroffen. Im Einzelnen sind dies:

  • Valsartan Basics®
  • Valsartan Heumann®
  • Valsartan Zentiva® comp.
  • Valsartan comp.AbZ®

NICHT betroffen sind hingegen sind folgende Rabattvertrags-Arzneimittel der BARMER:

  • Valsartan dura® (Hersteller Mylan dura)
  • Valsartan/HCT Mylan® (Hersteller Mylan dura)

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat im September vorsorglich das Risikobewertungsverfahren auch auf die Sartane Candesartan, Irbesartan, Losartan und Olmesartan ausgeweitet. Bisher wurde lediglich eine leichte Verunreinigung bei Arzneimitteln gefunden, die den Wirkstoff Losartan enthalten und von der indischen Firma Hetero Labs hergestellt wurden. Diese Arzneimittel werden nicht mehr vertrieben. Von den Rabattpartnern ist nur Heumann betroffen. Falls ein Umtausch notwendig ist, erfolgt dieser wie bei den Valsartan-haltigen Arzneimitteln.

 

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft informiert darüber, welche Valsartan-haltigen Arzneimittel bzw. welche Chargen betroffen sind. Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aktualisiert seine Internetseite zum Risikobewertungsverfahren fortlaufend.

Besonders wichtig: Betroffene Patienten sollten ihr Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt absetzen. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist das gesundheitliche Risikos beim Absetzen um ein Vielfaches höher als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung. Ein akutes Patientenrisiko besteht laut BfArM nicht.  Wer unsicher ist, sollte sich an seinen Arzt bzw. seine Ärztin wenden und sich ggf. ein neues, nicht betroffenes Arzneimittel verordnen lassen.

Auf Sie kommen keine zusätzlichen Kosten zu, weder für das Umtausch-Präparat noch für die Zuzahlung! Um ein neues, nicht belastetes Präparat zu erhalten, benötigen Sie ein rosa Kassenrezept von Ihrem Arzt. Wenn Sie damit in die Apotheke gehen, wird Ihnen Ihr Apotheker das neue Präparat zur Verfügung stellen. Wenn Sie zuzahlungspflichtig sind, werden Sie in der Apotheke zunächst die Zuzahlung bezahlen. Diese erstatten wir Ihnen aber gerne nachträglich. Reichen Sie dafür Ihre Quittung einfach in Ihrer Geschäftsstelle oder schriftlich bei uns ein.
Wenn der Arzt Ihnen ein Originalpräparat verordnet (Diovan®, Codiovan®, Provas®, Provas® Comp, Lorzaar® protect, Lorzaar® plus und Lorzaar® plus forte) und den Austausch gegen ein nicht betroffenes Rabattarzneimittel ausschließt, werden Ihnen in der Apotheke neben der Zuzahlung zum Teil sehr hohe Mehrkosten angerechnet. Der Gesetzgeber hat Arzneimittel mit dem Wirkstoff Valsartan zu einer sogenannten Festbetragsgruppe zusammengefasst. Der Festbetrag eines Arzneimittels ist der maximale Betrag, den die gesetzlichen Krankenkassen im Regelfall übernehmen. Bei den Originalpräparaten Diovan®, Codiovan®, Provas® und Provas® Comp, Lorzaar® protect, Lorzaar® plus und Lorzaar® plus forte liegt der Apothekenverkaufspreis über dem Festbetrag. Die Differenz sind die Mehrkosten. Wichtig ist, dass Ihr Arzt darauf achtet, das sogenannte „Aut idem“-Feld auf dem Kassenrezept nicht anzukreuzen um einen Austausch zuzulassen. Die Übernahme der Mehrkosten ist nur vorgesehen, wenn es zu offiziell bekannten Lieferengpässen der Mehrkosten-freien Arzneimittel kommt. Dies ist zur Zeit nicht der Fall.

Nein! Der BARMER ist eine sichere Arzneimittelversorgung ihrer Versicherten wichtig. Wir begrüßen es daher, dass unsere Versicherten schnell und reibungslos mit einem nicht betroffenen Arzneimittel versorgt werden. Ihre Ärztin / Ihr Arzt hat lediglich darauf zu achten, wie sie / er verordnet. Für die Versorgung stehen aktuell nicht belastete Arzneimittel unserer Rabattpartner zur Verfügung. Ihre Ärztin / Ihr Arzt sollte Ihnen in der gewohnten Weise ein neues Rezept ausstellen. In der Apotheke wird man Ihnen dann ein nicht belastetes rabattiertes Arzneimittel heraussuchen. Nicht vorgesehen ist, dass Ihre Ärztin / Ihr Arzt Ihnen Originalpräparate (Diovan®, Codiovan®, Provas®, Provas® Comp, Lorzaar® protect, Lorzaar® plus oder Lorzaar® plus forte) oder ein nicht rabattiertes Generikum verordnet und den Austausch in der Apotheke ausschließt. Dies ist der Fall, wenn ärztlicherseits ein Kreuz auf das „Aut-idem“-Feld des Rezeptes gesetzt wird. Die Übernahme der Mehrkosten ist erst dann vorgesehen, wenn es zu offiziell bekannten Lieferengpässen unserer Rabattpartner kommt und auch keine anderen nicht rabattierten Generika zur Verfügung stehen. Zur Zeit sind solche weitreichenden Lieferengpässe nicht bekannt.

Ja, es gibt alternative Wirkstoffe, die von der Verunreinigung nicht betroffen sind. Valsartan gehört zu der Wirkstoffgruppe der „Sartane“. Bisher wurden nur bei Losartan-haltigen Arzneimittel, deren Wirkstoff von der indischen Firma Hetero Labs hergestellt wurden, geringe Mengen der Verunreinigung gefunden. Bei allen anderen Sartanen konnten bisher keine weiteren Verunreinigungen nachgewiesen werden. Vergleichbare Arzneimittel enthalten die Wirkstoffe Candesartan, Telmisartan, Irbesartan oder Olmesartan. In der Apotheke dürfen nur wirkstoffgleiche Arzneimittel umgetauscht werden. Wenn Sie ein neues Rezept haben, darf Ihnen der Apotheker nicht einfach ein Medikament mit einem anderen Wirstoff wie zum Beispiel Candesartan abgeben. Sie müssten eine Umstellung auf ein anderes Sartan mit ihrer Ärztin / Ihrem Arzt besprechen. Ihre Ärztin / Ihr Arzt wird Ihnen das Präparat mit dem neuen Wirkstoff auf rosa Kassenrezept verordnen. Dabei sollte sie / er das „Aut-Idem“-Feld auf dem Rezept möglichst nicht ankreuzen. Denn nur so kann Ihnen die Apotheke ein Rabattarzneimittel der BARMER mit dem neuen Wirkstoff aushändigen.

Die gefundenen Verunreinigungen können aufgrund der besonderen chemischen Struktur der Sartane während des Herstellungsprozesses entstehen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat sicherheitshalber das Risikobewertungsverfahren auf die Sartane Candesartan, Irbesartan, Losartan und Olmesartan ausgeweitet. Dabei wurde festgestellt, dass der Wirkstoff Losartan, der von der indischen Firma Hetero Labs hergestellt wurde, mit geringen Mengen Nitrosodieethylamin verunreinigt ist. Arzneimittel, die Losartan von diesem Wirkstoffhersteller enthalten, sind nicht mehr auf dem Markt vertreten. Von den Vertragspartnern der BARMER (1A Pharma, AbZ, Aristo, Aurobindo, Heumann, TAD) sind nur die Losartan-haltigen Arzneimittel von Heumann wahrscheinlich betroffen. Nach derzeitigen Kenntnisstand sind Arzneimittel mit den Wirkstoffen Candesartan, Irbesartan und Olmesartan vollunfänglich nicht verunreinigt. Auch Arzneimittel mit dem Wirkstoff Telmisartan enthalten nach aktuellem Kenntnisstand keine Verunreinigung. Da das Telmisartan eine andere chemische Struktur besitzt, entstehen bei der Herstellung keine Nitrosamine als Verunreinigung.

Unabhängige Informationen erhalten Sie bei Ihrem Arzt, in Ihrer Apotheke und auch auf der Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Dort gibt es einen umfangreichen Fragenkatalog mit den entsprechenden Antworten.

Hintergrund

Der Wirkstoff Valsartan wird zur Senkung des Blutdrucks und bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) eingesetzt. Zahlreiche Medikamente enthalten diesen Wirkstoff. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat im Juli über den Rückruf Valsartan-haltiger-Arzneimittel informiert, da einige dieser Medikamente, produktionsbedingt, mit N-Nitrosodimethylamin verunreinigt sein könnten. Das Risikobewertungsverfahren wurde mittlerweile sicherheitshalber auf weitere Wirkstoffe der Wirkstoffgruppe der Sartane ausgeweitet und umfasst auch eine Prüfung auf einer weiteren Verunreinigung mit N-Nitrosodiethylamin. Betroffen sind Arzneimittel, bei denen der Wirkstoff von dem chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmazeutical Co. oder von der indischen Firma Hetero Labs produziert wurden. Beide Verunreinigungen zählen zu den Nitrosaminen und werden sowohl von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation als auch der EU als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft. Deshalb erfolgen in der EU chargenbezogene Rückrufe von Arzneimitteln. Diese Arzneimittel sind vom Verkauf gesperrt. Chargenbezogen bedeutet, dass nicht die gesamte Produktionslinie vom Markt genommen werden muss, sondern nur einzelne Produktionseinheiten betroffen sind.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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Kommentar
  1. Hallo, wollte soeben auf der Barmer Homepage nach einem Ersatz-Medikament mit dem Inhaltsstoff Valsartan suchen, fand aber keine Info. Daraufhin habe ich im Chat danach gefragt und als Antwort erhalten, k.A., ich solle versuchen, per Telefon eine Antwort zu bekommen.Ich kann nicht verstehen, dass bei solch einem aktuellen Thema ,( seit Anfang Juli bekannt!) die Barmer nicht in der Lage ist, ihre Mitarbeiter mit dem Thema vertraut zu machen, oder zu mindest auf ihrer Homepage auf Ersatzmedikamente hinweist, die nicht belastet sind und auch von den Ärzten verschrieben werden können.
    mfg, Winfried Ott

    1. Sehr geehretr Herr Ott, da wir wissen, wie sensibel dieses Thema ist, haben wir direkt nach Bekanntwerden der Problems alle Informationen dazu in genau diesem Artikel zusammengefasst. Wenn Sie sich die Seite https://magazin.barmer.de/barmer-bezahlt-valsartan-alternativen/ genau ansehen, finden Sie Antworten auf alle Fragen, inkl. weiterführender Links! Darüber hinaus haben wir die Öffentlichkeit Anfang Juli mittels einer Pressemitteilung informiert, die auch von sehr vielen Medien aufgegriffen wurde. Welches Ersatzmedikament für Sie persönlich in Frage kommt, müssen Sie allerdings mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin besprechen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Claudia Rembecki