Da der Verdacht besteht, dass Medikamente eines chinesischen Herstellers verunreinigt sein könnten, erhalten BARMER-Versicherte kostenlose Alternativen.
Gesundheit

Rückruf des Blutdrucksenkers Valsartan:

Gute Nachrichten für BARMER-Versicherte, die Valsartan-haltige Arzneimittel einnehmen: Sollten ihre Medikamente von der aktuellen Rückrufaktion betroffen sein, können sie sich eine Alternative verordnen lassen. Die Kosten dafür übernimmt die BARMER. Dies gilt auch dann, falls die alte Packung noch nicht aufgebraucht wurde. Patienten, die nicht wissen, ob sie betroffen sind, sollten Rücksprache mit ihrem Arzt halten. 

Fragen und Antworten

Ja, nach aktuellem Stand sind auch Arzneimittel von Rabattpartnern der BARMER betroffen. Im Einzelnen sind dies:

  • Valsartan AbZ®
  • Valsartan Heumann®
  • Valsartan comp.AbZ®

 

NICHT betroffen sind hingegen folgende Rabattvertrags-Arzneimittel der BARMER:

  • Valsartan dura® (Hersteller Mylan dura)
  • Valsacor® comp. (Hersteller TAD Pharma)
  • Valsartan HCT Aurobindo®

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft informiert darüber, welche Valsartan-haltigen Arzneimittel bzw. welche Chargen betroffen sind. Die Liste der entsprechenden Arzneimittel wird ständig aktualisiert. Derzeit ermitteln die pharmazeutischen Unternehmen in enger Abstimmung mit den Landesbehörden die vom Rückruf betroffenen Chargen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geht davon aus, dass dieses Verfahren kurzfristig abgeschlossen werden kann. Die von der BARMER oben genannten betroffenen Arzneimittel von AbZ, Heumann und Aurobindo sind möglicherweise noch nicht  in der Liste der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft aufgenommen. Nach unseren aktuellen Informationen sind aber auch einige Chargen dieser Arzneimittel mit hoher Wahrscheinlichkeit betroffen.

Besonders wichtig: Patienten, die Valsartan-haltige Arzneimittel einnehmen, sollten diese nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt absetzen. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist das gesundheitliche Risikos beim Absetzen um ein Vielfaches höher als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung. Ein akutes Patientenrisiko besteht laut BfArM nicht.  Wer unsicher ist, sollte sich an seinen Arzt bzw. seine Ärztin wenden und sich ggf. ein neues, nicht betroffenes Arzneimittel verordnen lassen.

Auf Sie kommen keine zusätzlichen Kosten zu, weder für das Umtausch-Präparat noch für die Zuzahlung! Um ein neues, nicht belastetes Valsartan-Präparat zu erhalten, benötigen Sie ein rosa Kassenrezept von Ihrem Arzt. Wenn Sie damit in die Apotheke gehen, wird Ihnen Ihr Apotheker das neue Präparat zur Verfügung stellen. Wenn Sie zuzahlungspflichtig sind, werden Sie in der Apotheke zunächst die Zuzahlung bezahlen. Diese erstatten wir Ihnen aber gerne nachträglich. Reichen Sie dafür Ihre Quittung einfach in Ihrer Geschäftsstelle oder schriftlich bei uns ein.
Wenn der Arzt Ihnen ein Originalpräparat verordnet (Diovan®, Codiovan®, Provas®, Provas® Comp.) und den Austausch gegen ein nicht betroffenes Rabattarzneimittel ausschließt, werden Ihnen in der Apotheke neben der Zuzahlung zum Teil sehr hohe Mehrkosten angerechnet. Der Gesetzgeber hat Arzneimittel mit dem Wirkstoff Valsartan zu einer sogenannten Festbetragsgruppe zusammengefasst. Der Festbetrag eines Arzneimittels ist der maximale Betrag, den die gesetzlichen Krankenkassen im Regelfall übernehmen. Bei den Originalpräparaten Diovan®, Codiovan®, Provas® und Provas® Comp. liegt der Apothekenverkaufspreis über dem Festbetrag. Die Differenz sind die Mehrkosten. Wichtig ist, dass Ihr Arzt darauf achtet, das sogenannte „Aut idem“-Feld auf dem Kassenrezept nicht anzukreuzen um einen Austausch zuzulassen. Die Übernahme der Mehrkosten ist nur vorgesehen, wenn es zu offiziell bekannten Lieferengpässen der Mehrkosten-freien Arzneimittel kommt. Dies ist zur Zeit nicht der Fall.

Nein! Der BARMER ist eine sichere Arzneimittelversorgung ihrer Versicherten wichtig. Wir begrüßen es daher, dass unsere Versicherten schnell und reibungslos mit einem nicht betroffenen Arzneimittel versorgt werden. Ihre Ärztin / Ihr Arzt hat lediglich darauf zu achten, wie sie / er verordnet. Für die Versorgung stehen aktuell nicht belastete Arzneimittel unserer Rabattpartner (Valsartan dura®, Valsacor® comp., Valsartan HCT Aurobindo®)  zur Verfügung. Ihre Ärztin / Ihr Arzt sollte Ihnen in der gewohnten Weise ein neues Rezept ausstellen. In der Apotheke wird man Ihnen dann ein nicht belastetes rabattiertes Arzneimittel heraussuchen. Nicht vorgesehen ist, dass Ihre Ärztin / Ihr Arzt Ihnen Originalpräparate (Diovan®, Codiovan®, Provas®, Provas® Comp) oder ein nicht rabattiertes Generikum verordnet und den Austausch in der Apotheke ausschließt. Dies ist der Fall, wenn ärztlicherseits ein Kreuz auf das „Aut-idem“-Feld des Rezeptes gesetzt wird. Die Übernahme der Mehrkosten ist erst dann vorgesehen, wenn es zu offiziell bekannten Lieferengpässen unserer Rabattpartner kommt und auch keine anderen nicht rabattierten Generika zur Verfügung stehen. Zur Zeit sind keine Lieferengpässe bekannt.

Ja, es gibt alternative Wirkstoffe, die von der Verunreinigung nicht betroffen sind. Valsartan gehört zu der Wirkstoffgruppe der „Sartane“. Arzneimittel, die andere Wirkstoffe aus der Gruppe der Sartane enthalten, sind von der Verunreinigung nicht betroffen. Dies liegt am chemischen Herstellungsprozess. Vergleichbare Arzneimittel enthalten die Wirkstoffe Candesartan, Losartan, Telmisartan, Irbesartan oder Olmesartan. In der Apotheke dürfen nur wirkstoffgleiche Arzneimittel umgetauscht werden. Wenn Sie ein neues Valsartan-Rezept haben, darf Ihnen der Apotheker nicht einfach ein Medikament mit zum Beispiel Candesartan abgeben. Sie müssten eine Umstellung auf ein anderes Sartan mit ihrer Ärztin / Ihrem Arzt besprechen. Ihre Ärztin / Ihr Arzt wird Ihnen das Präparat mit dem neuen Wirkstoff auf rosa Kassenrezept verordnen. Dabei sollte sie / er das „Aut-Idem“-Feld auf dem Rezept möglichst nicht ankreuzen. Denn nur so kann Ihnen die Apotheke ein Rabattarzneimittel der BARMER mit dem neuen Wirkstoff aushändigen.

Nein. Die Verunreinigung bezieht sich nur auf einige Valsartan-haltige Arzneimittel. Die Verunreinigung ist durch den chemischen Herstellungsprozess entstanden. Bei der Herstellung der anderen Sartane ist die Verunreinigung mit Nitrosodimethylamin nicht aufgetreten. Wenn Sie zum Beispiel ein Arzneimittel mit Candesartan bekommen, benötigen Sie kein neues Arzneimittel. Neben Candesartan zählen Losartan, Telmisartan, Irbesartan oder Olmesartan zu der Wirkstoffgruppe der Sartane, die nicht verunreinigt sind.

Unabhängige Informationen erhalten Sie bei Ihrem Arzt, in Ihrer Apotheke und auch auf der Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Dort gibt es einen umfangreichen Fragenkatalog mit den entsprechenden Antworten.

Hintergrund

Der Wirkstoff Valsartan wird zur Senkung des Blutdrucks und bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) eingesetzt. Zahlreiche Medikamente enthalten diesen Wirkstoff. Am vergangenen Mittwoch hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über den Rückruf Valsartan-haltiger-Arzneimittel informiert, da einige dieser Medikamente, produktionsbedingt, mit N-Nitrosodimethylamin verunreinigt sein könnten. Betroffen sind Arzneimittel, bei denen der Wirkstoff von dem chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmazeutical Co. produziert wurde. N-Nitrosodimethylamin ist sowohl von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation als auch der EU als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft. Deshalb erfolgen in der EU chargenbezogene Rückrufe von Arzneimitteln. Diese Arzneimittel sind vom Verkauf gesperrt. Chargenbezogen bedeutet, dass nicht die gesamte Produktionslinie vom Markt genommen werden muss, sondern nur einzelne Produktionseinheiten betroffen sind.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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