Gesundheit

Unbeschwerte Urlaubszeit

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Ihren Jahresurlaub verbringen 73 Prozent der Deutschen vorzugsweise im Ausland. Laut einer aktuellen Erhebung* zog es sie 2018 vorwiegend an die Strände Spaniens, Italiens und der Türkei oder nach Österreich. Acht Prozent unternahmen Fernreisen, beispielsweise zu Zielen in Nordamerika und Südostasien. Diese Sehnsucht ist ungebrochen, ebenso wie der Wunsch nach bestmöglicher Versorgungssicherheit, sollte man dennoch einmal unterwegs erkranken. Wer entspannt aufbrechen und seine Erholung sorgloser genießen möchte, sollte sich auch dazu vorab informieren. Mit den Erlebnissen unserer kleinen Reisegruppe erhalten Sie einen ersten Überblick.

* Vorabergebnisse aus Reiseanalyse 2019 der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e. V.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Petra und Steffen aus Brandenburg

Das Paar reiste mit seinen Kindern 2018 zum Badeurlaub an die spanische Costa Dorada. Für die zweijährige Amelie war es der erste Ausflug ans Meer. Ihr vierjähriger Bruder Max war bereits ein Profi in Sachen Sandburgen bauen. Am Strand stolperte er jedoch über einen Felsen und schürfte sich sein Knie tief auf. Die Rezeption empfahl den besorgten Eltern einen Besuch beim Hotelarzt, da dieser rund um die Uhr erreichbar sei und so eine schnelle Wundversorgung gewährleistet sei. Nicht gerechnet hatten die Eltern damit, dass der Hotelarzt privatärztlich behandelt und sie für seine Kosten ihr Urlaubsbudget im Anschluss kräftig einschränken mussten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die EHIC

Die Europäische Gesundheitskarte (EHIC, alternativ die Provisorische Ersatzbescheinigung PEB) bietet Versicherten einen zuverlässigen Basisschutz. Sie gilt in 28 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen. Mit Mazedonien, Montenegro, Serbien und der Schweiz wurden entsprechende Abkommen geschlossen. Die EHIC ist Teil Ihrer elektronischen Gesundheitskarte und auf der Rückseite abgebildet. Mit der Karte und Ihrem Ausweis können Sie bei Vertragsärzten und -krankenhäusern ganz unbürokratisch Leistungen des Gesundheitssystems Ihres Urlaubslandes nutzen. Hin und wieder kann es vorkommen, dass die EHIC nicht akzeptiert wird und auf Barzahlung gepocht wird. Es können Behandlungskosten anfallen, für die Sie selbst in Vorleistung gehen müssen, wenn Sie – wie im Fall von Max – zum Beispiel in der Not eine private Klinik aufsuchen oder sich Leistungen außerhalb des ortsüblichen Vertragsspektrums wünschen. Für einen Rundumschutz empfiehlt sich der Abschluss einer zusätzlichen privaten Auslandsreisekrankenversicherung, die mehr Leistungen abdeckt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Emma aus Baden-Württemberg

Schon im Winter hatte Emma ihren Wellnessurlaub mit einer Freundin an der türkischen Riviera Anfang Mai geplant. Sie versprach sich davon viel Erholung, Wärme, Bewegung und Sightseeing. Ein Magen-Darm-Infekt zwang sie jedoch zur ungeplanten Unterbrechung ihres bunten Programms. Der hohe Flüssigkeitsverlust und Kreislaufprobleme infolge des Infekts machten schnell erforderlich, dass die Seniorin zwei Tage zur stationären Beobachtung in einer Klinik verbrachte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Auslandskrankenschein

Für die drei Staaten Türkei, Bosnien-Herzegowina und Tunesien gewährleisten Auslandskrankenscheine eine Basisversorgung, ähnlich wie mit der EHIC. Den Krankenschein erhalten Sie im Servicebereich online unter Meine BARMER. Auch in diesem Fall kann es hin und wieder vorkommen, dass der Krankenschein nicht akzeptiert wird bzw. Leistungen nicht abgedeckt sind. Gerade unerwartet hohe Eigenanteile wie eine stationäre Klinikaufnahme werden umfassender mit einer zusätzlichen privaten Auslandsreisekrankenversicherung abgedeckt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Thomas aus Nordrhein-Westfalen

Im vergangenen Jahr packte Thomas seinen Rucksack für eine Wandertour durch die Südtiroler Alpenregion. In den Semesterferien wollte er die Bücher endlich beiseite räumen und die Berge der Sextener Dolomiten erobern. Am Masaré-Klettersteig passierte es: Thomas griff auf einer Leiter ins Leere, stürzte und brach sich bei der unsanften Landung den Knöchel gleich mehrfach. Mitwanderer alarmierten die Bergwacht. Mit einem Hubschrauber wurde Thomas schließlich in eine Spezialklinik ausgeflogen, wo er operiert wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Absicherung weiterer Risiken

Muss ein Unfallopfer geborgen und – wenn medizinisch sinnvoll – vielleicht noch per Rücktransport im Ambulanz-Flugzeug in eine Spezialklinik oder in ein Krankenhaus in Deutschland ausgeflogen werden, können sofort Kosten im vier- bis fünfstelligen Bereich anfallen. Diese Kosten dürfen die gesetzlichen Krankenkassen nicht übernehmen. Wer also im Urlaub sportlich aktiv sein möchte oder vielleicht auch ein erhöhtes gesundheitliches Risiko trägt, beispielsweise durch eine Herzschwäche, sollte sich für alle Eventualitäten ebenfalls mit einer zusätzlichen privaten Auslandsreisekrankenversicherung absichern.

Bei Auslandsreisen gut zu wissen

  • Behandlungskosten, die im Urlaubsland anfallen und über die EHIC bzw. den Auslandskrankenschein abgedeckt sind, werden vom behandelnden Arzt oder der Klinik in der Regel direkt mit der BARMER abgerechnet.
  • In manchen Fällen müssen Sie dennoch in Vorleistung gehen. Reichen Sie in diesem Fall den Beleg nach der Rückkehr ein. Erstattungen bis 500 Euro können Sie bequem online unter Meine BARMER einreichen.
  • Beachten Sie, dass es mit EHIC und Krankenschein von Land zu Land Unterschiede im vertraglich vereinbarten Leistungskatalog gibt. Nicht alles, was in Deutschland abgedeckt wäre, können Sie im Ausland beanspruchen.
  • Informationen zum Krankenversicherungsschutz in Ihrem Urlaubsland bieten auch die Merkblätter der DVKA (Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland).
  • Informationen über Vertragsärzte und -krankenhäuser am Urlaubsort erhalten Sie oft auch an der Hotelrezeption, bei der Reiseleitung oder der Gemeindeverwaltung. Beachten Sie bitte auch, dass manche Hotels Kooperationen mit Kliniken und Ärzten in der Region haben und eigene wirtschaftliche Interessen verfolgen könnten.
  • Über die BARMER Service-App erhalten Sie Informationen und Auslandskrankenscheine direkt auf Ihr Smartphone und können bei Fragen Kontakt mit uns aufnehmen.
  • Für alle Länder empfiehlt sich unbedingt der Abschluss einer zusätzlichen privaten Auslandsreisekrankenversicherung, auch mit speziellen Tarifen für Familien und Senioren.
  • BARMER-Versicherte haben über eine Kooperation mit der HUK-Coburg die Möglichkeit, einen Zusatzschutz für Auslandsreisen zum günstigen Jahresbeitrag abzuschließen. Er kann sowohl für 56 Tage je Reise oder als Langzeitschutz für 365 Tage pro Reise abgeschlossen werden. Das ist besonders für Menschen interessant, die längerfristig und rund um den Globus unterwegs sind.
  • Sie sind auf eine Dialyse oder regelmäßige Spritzen angewiesen? Sollten Sie aufgrund einer Vorerkrankung oder aus Altersgründen keinen Anspruch auf den Reisezusatzschutz erhalten, lassen Sie sich bitte frühzeitig bei der BARMER beraten. In solchen speziellen Fällen finden wir gemeinsam eine Lösung.

Checkliste Urlaub

Frühzeitig geplant – entspannt unterwegs
Wir wollen, dass Sie rundum erholt und vielseitig inspiriert von Ihrer Urlaubsreise zurückkehren. Dazu trägt bei, dass Sie schon vor dem Aufbruch strukturiert vorgehen. Bitte prüfen Sie Ihre Packliste zum Schluss noch einmal mit Blick auf das Gesamtgewicht.

Download Checkliste Urlaub (PDF)

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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Kommentar
  1. Malta ist ein sehr schöner Urlaubsort. Da es jedoch kaum Sandstrände gibt, sollte man feste Gummischlappen einpacken, damit man seine Fußsohlen auf den Felsen schützt. Malta ist fernen bekannt für seine vielen Sprachschulen, Online Casinos, den Linksverkehr und Vieles mehr. Ich kann eine Reise dorthin nur empfehlen.

    1. Die BARMER hat schon in den letzten Jahren in dem Magazin darauf hingewiesen ,eine Ausladskrankenversicherung
      für alle Reisenden (Familie) abzuschließen. Auch die Medien berichten in Zeitung und Internet über Auslandkrankenversicherungen.Im Ausland ist man immer Privatpatient.
      Man kann sich auch bei diesen Fragen jederzeit an die Barmer wenden, denn dort wird man freundlich beraten.