Viele Menschen leiden unter Vorhofflimmern, ohne es zu wissen. Ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sind sie dem Schlaganfall ausgesetzt.
Allgemein

Auch bei Bluthochdruck

Oft werden Menschen von einem Schlaganfall getroffen, weil sie Vorhofflimmern haben, ohne es zu wissen. Unbehandelt und ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sind sie dem Schlaganfall ausgesetzt. Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern über 35.000 Schlaganfälle in Deutschland. Aber nur bei etwa 50 % der über 1,8 Millionen Betroffenen macht sich Vorhofflimmern mit spürbaren Beschwerden wie Herzstolpern und Herzschlag bis zum Hals, Druckgefühl im Brustkorb, Angst, Luftnot, Schwindelgefühl und Leistungsschwäche bemerkbar. Bei der anderen Hälfte tritt Vorhofflimmern ohne Symptome auf. Das gilt besonders für ältere Patienten ab 60 Jahren, bei denen gehäuft Herz-KreislaufErkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und koronare Herzkrankheit (KHK) auftreten. „Wer 60 Jahre alt ist hat in der Regel ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern und sollte deshalb regelmäßig seinen Puls messen. Ist der Puls unregelmäßig oder liegt er in Ruhe über 100 Schläge pro Minute, sollte man umgehend den Hausarzt oder Internisten aufsuchen, um zu klären, ob Vorhofflimmern dahintersteckt“, rät Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Bei Vorhofflimmern können schon in wenigen Stunden in den Herzvorhöfen Blutgerinnsel entstehen, die vom Blutstrom mitgeschleppt Arterien verschließen und je nach betroffenem Areal einen Schlaganfall verursachen. Vorhofflimmern ist meistens dadurch gekennzeichnet, dass das Herz völlig außer Takt ist, chaotisch schlägt und mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute rast, selten sogar schneller.

Puls messen: Wie geht das?

Wie Herz-Kreislauf-Patienten sowie Gesunde zu Hause ganz leicht den Puls messen und so ihr Risiko für einen Schlaganfall senken können, zeigt die Pulskarte der Herzstiftung im Scheckkartenformat. Die Karte kann unter www.herzstiftung.de/puls-messen kostenfrei angefordert werden. „Auch Ärzte sollten beim Arztbesuch besonders dieser Patienten immer zuerst den Puls fühlen und bei Auffälligkeiten ein EKG machen.“

Bei Bluthochdruck Puls messen – gilt auch für Diabetiker und KHK-Patienten

Vorhofflimmern ist eine häufige Herzrhythmusstörung bei Bluthochdruckpatienten. 70 % der Patienten mit Vorhofflimmern haben Bluthochdruck. Bei ihnen besteht allein aufgrund der dauerhaften Gefäßbelastung durch den erhöhten Blutdruck ein Risiko für Herzinfarkt (www.herzstiftung.de/Anzeichen-Herzinfarkt.html ) und Schlaganfall. Mit Vorhofflimmern erhöht sich die Schlaganfallgefahr zusätzlich durch ein Embolierisiko (Blutgerinnsel) aus dem Herzvorhof. „Deshalb sollte jede Möglichkeit genutzt werden, den unregelmäßigen Herzschlag festzustellen: wiederholt den eigenen Puls tasten, die Anzeige am Blutdruckmessgerät beachten, vielleicht sogar eine App aufs Handy laden, die Pulsunregelmäßigkeiten festzustellen hilft“, rät Meinertz. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt: Besonders Herzkranke und Personen ab 60 sollten bei Routinekontrollen bei ihrem Arzt ihren Herzschlag durch Pulsmessung prüfen lassen. Auch für Patienten mit KHK, Diabetes und einer Herzschwäche gilt diese Empfehlung, weil auch sie ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern aufweisen. Allein mit Hilfe der Pulsmessung ließe sich die Mehrheit der Schlaganfälle als Folge des unbemerkten Vorhofflimmerns vermeiden, da die Betroffenen nach Aufdeckung der Rhythmusstörung mit gerinnungshemmenden Medikamenten vor dem Schlaganfall geschützt werden könnten.

Infos zum Pulsmessen

Zunächst bleiben Sie 5 Minuten ruhig sitzen. Dann suchen Sie mit dem Zeige- und Mittelfinger an der Innenseite des Unterarms unter dem Daumen die Unterarmarterie. Messen Sie den Puls 30 Sekunden lang und verdoppeln Sie das Ergebnis. Dabei lassen sich auch Unregelmäßigkeiten des Pulses feststellen.

Tipp

Der Ratgeber „Herz außer Takt: Vorhofflimmern“ der Deutschen Herzstiftung informiert über Ursachen, aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten des Vorhofflimmerns sowie über die Gerinnungshemmung. Der Band (136 S.), verfasst von renommierten Herzspezialisten, ist kostenfrei erhältlich unter www.herzstiftung.de, per Tel. unter 069 955128400, E-Mail: bestellung@herzstiftung.de

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Netiquette:
Wir freuen uns auf einen regen und fairen Austausch mit Ihnen und bitten Sie um die Beachtung folgender Punkte:
  • Eingehende Kommentare werden werktäglich bearbeitet und so veröffentlicht, wie sie eingereicht werden. Beiträge vom Wochenende werden montags publiziert.
  • Wir behalten uns vor, Kommentare abzulehnen, die anstößig, gesetzeswidrig, beleidigend, diskriminierend oder diffamierend sind.
  • Bitte verzichten Sie auf Beiträge und Links mit Werbung und anderen kommerziellen Inhalten.
  • Wir bitten um Verständnis, dass die Redaktion keine individuellen Leistungsanfragen beantwortet. Bitte nutzen Sie dafür den kostenlosen Telefonservice der BARMER unter der Rufnummer 0800 333 1010 oder den Service-Bereich bei barmer.de
Bitte beachten Sie auch unsere Datenschutzbestimmungen zum Umgang mit Ihren personenbezogenen Daten.