Ast mit reifen, roten Äpfeln, Nahaurnahme

Apfelparade im Herbst

Lieblingsobst der Deutschen ist und bleibt der Apfel. Er ist vitaminreich, vielseitig in der Küche verwertbar und auch als Snack für unterwegs ideal einzustecken. 2020 ist mit einem langen warmen Sommer wieder ein gutes Erntejahr geworden. Sofern Sie nicht das Glück eines eigenen Apfelbaums im Garten oder auf der Streuobstwiese haben, finden Sie in Ihrem Markt jetzt unterschiedlichste Sorten frisch aus deutschen Anbaugebieten.
Kurze Transportwege vom Erzeuger zum Konsumenten sind schließlich auch gut für die Klimabilanz. Sie ermöglichen zudem längere Reifezeiten am Baum und damit auch verlängerte Lagerzeiten ­– oft bis ins kommende Jahr. Seit August wird bereits geerntet, manche Sorten werden noch bis in den November hinein gepflückt.

Was steckt Gutes im Apfel?

Frische Äpfel enthalten besonders viel Vitamin C, außerdem Vitamin A, B und E, Ballaststoffe, Eiweiß, Mineralstoffe wie Kalium (Stoffwechsel) und Kalzium (Knochenbau), außerdem den Ballaststoff Pektin, der als Dickungsmittel in der Marmeladen-
herstellung eine Rolle spielt. Die Sorte Braeburn liegt beim Vitamin-C-Gehalt mit rund 35 mg je 100 g Apfelmasse an der Spitze, gefolgt von Jonagold mit bis zu 28 mg und Berlepsch mit bis zu 25 mg. Der gern gekaufte Elstar bietet immerhin 15 mg. Die meisten Vitamine finden sich schon in der Schale, deshalb sollte man den Apfel als rohen Snack nicht unbedingt schälen, aber gut vorher abwaschen. Und trotz Fruchtzucker ist solch ein Apfel mit nur rund 60 kCal je 100 g stets die gesündere Alternative zu Süßem.

Welcher Apfel eignet sich wofür?

  • Als Tafelapfel und Rohkost

    Kleine, weiße quadratische Schale mit zubereiteter Rohkost, im Hintergrund zwei ungeschälte Möhren und ein Apfel

    (c) Thomas Francois, AdobeStock-Nr. 26429818

    Als Tafelapfel ist nahezu jeder Apfel geeignet. Hier kommt es eher auf persönliche Vorlieben an: Mag man es bevorzugt herb-frisch, süßer oder fein-säuerlich? Beliebt sind der saftige Elstar und der süß-säuerliche Braeburn. Für Rohkost-Geraspeltes eignen sich feste Sorten wie Evelina und Fuji. Zu Käse passt ebenfalls der Braeburn, ins Müsli der Cox Orange. Der saftige, leicht säuerliche Topaz ist ein unkomplizierter Star im heimischen Bio-Anbau.

    Unser Rezeptvorschlag: Apfel-Möhren-Rohkost

    Zutaten für 4 Personen:
    – 120 g Äpfel (frisch, ungeschält, entkernt)
    – 280 g Möhren (frisch geschält)
    – 1,5 TL Zitronensaft
    – 1,5 TL Apfelsaft
    – 1 EL Rapsöl
    – Petersilie (frisch)
    – Jodsalz, Pfeffer nach Geschmack

    Für die Rohkost Äpfel und Möhren fein reiben. Mit einem Dressing aus Zitronen- und Apfelsaft, Öl, Salz und Pfeffer vermengen. Ziehen lassen und mit fein gehackter Petersilie verfeinern.

     

    QUELLE: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

  • Zum Backen

    Zwei Stücke mit Apfelscheiben und Zimt graniert

    (c) Elenglush, AdobeStock-Nr. 350435192

    Säuerliche Sorten wie Alkmene, Boskoop, Elstar oder Jonagold sind ideal für den typischen Apfelkuchen deutscher Art, für die feinen Scheiben einer Tarte Tatin oder für das Geraspelte im Apfelstrudel. Für kompottartige Süßspeisen empfehlen sich Cox Orange, Gloster, Ingrid Marie oder Jonagored.

    Unser Rezeptvorschlag: Apfel-Quarkauflauf

    Zutaten für 4 Personen:
    – 4 Äpfel
    – Saft einer Zitrone
    – 2 Eier
    – 50 g Zucker oder Honig
    – 250 g Magerquark
    – 2 EL Weizenvollkornmehl
    – 1/2 TL Zimt
    – Butter zum Fetten der Auflaufform

    Äpfel gründlich waschen und grob raspeln, mit Zitronensaft beträufeln. Eier trennen, Eigelb mit Honig oder Zucker, Quark und Weizenvollkornmehl verschlagen. Die Apfelmasse unterheben und mit Zimt abschmecken. Eiweiß zu steifem Schnee schlagen und locker unter die Quark-Apfelmasse heben. Alles in eine gefettete, feuerfeste Form geben und im Backofen bei 180° C, 20 bis 25 Minuten überbacken.

     

    QUELLE: Bärenstarke Kinderkost, Verbrucherzentrale NRW

  • Für herzhafte Gerichte

    Curry-Hähncheneintopf mit Reise auf einem Teller angerichtet, mit Gabel

    (c) lilechka75, Adobe-Stock-Nr. 94202632

    Bei deftigeren Hauptspeisen schaffen süßere Sorten einen aromatischen Kontrast. Zu Rotkohl, Schweinebraten oder Speckpfannkuchen passen Golden Delicious, Cameo, Pinova und Shampion. Boskop, Gala und Cox Orange wandern gern ins rheinische Gericht „Himmel un Ääd“ (Kartoffelpüree und Apfelmus als Begleitung zu Blutwurst oder gebratenem Speck).

     

    Unser Rezeptvorschlag: Hähnchentopf mit Äpfeln

    Zutaten für 2 Personen:
    – 100 ml Apfelsaft
    – 1 Lauchzweibel
    – 200 g Hähnchenbrust, geschnetzelt
    – 1 EL Rapsöl
    – 2 kleine Äpfel
    – 100 ml Wasser
    – 1 EL gekörnte Brühe Currypulver
    – 60 g Reis
    – 1 EL Apfel-Chutney
    – Pfeffer, Salz

    Lauchzwiebeln und Hähnchenbrustfilets klein schneiden und anbraten. Äpfel schälen und in kleine Stücke schneiden. Apfelsaft mit Wasser auffüllen, Brühwürfel darin auflösen, zum Fleisch geben und garen. Währenddessen den Reis in einem separaten Topf garen und in den Eintopf geben. Mit Apfel-Chutney würzen und mit Pfeffer und Salz abschmecken.

     

    QUELLE: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. / Fit im Alter

  • Für Bratäpfel, Apfelmus und Gedünstetes

    Pfanne mit zubereitetem Kaiserschmarrn, im Hintergrund ein Apfel und eine weiße Schale Kompott

    (c) Juefrateam, AdobeStock-Nr. 298601362

    Als Bratäpfel eignen sich Sorten, die unter Hitze formstabil bleiben, ganz besonders der rote Boskoop oder der Berlepsch und der Holsteiner Cox. Für Apfelmus empfehlen sich gelbe Sorten wie der Golden Delicious oder auch der gelb-rot gezeichnete Gravensteiner. Den fein-säuerlichen Jonagold und den Elstar kann man sehr gut einmachen.

     

    Unser Rezeptvorschlag: Kaiserschmarrn mit Apfelkompott

    Zutaten für 4 Personen (2 Erwachsene, 2 Kinder)_
    – 2 EL Rosinen
    – 1 EL Puderzucker
    – 5 Eigelb
    – 2 EL Zucker
    – 500 ml Milch (1,5 % Fett)
    – 170 g Weizenmehl, Type 405
    – 5 Eiklar
    – 5 EL Rapsöl
    – 600 g Äpfel, frisch

    Für den Kaiserschmarrn Rosinen etwa 30 Minuten in dünnem Läuterzucker  200ml Wasser und 50 g Zucker) einweichen. Eigelb, Zucker und Salz in einer Schüssel mit dem Schneebesen schaumig rühren, bis die Masse hellgelb und cremig wird. Milch und nach und nach Mehl unterrühren, dann die Rosinen zugeben. Eiweiß sehr steif schlagen, vorsichtig unter den Teig heben. In einer Pfanne Öl erhitzen, Teig einfüllen. Bei geringer Hitze braten, bis die Unterseite leicht gebräunt ist und einmal wenden, bis alles leicht angebraten ist. Dann den Teig zerreißen. Auf Tellern anrichten und mit Puderzucker bestreuen.
    Für das Apfelkompott Äpfel in Stücke schneiden und in etwas Wasser weich dünsten. Eventuell pürieren.

     

    QUELLE: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. / Schule + Essen = Note 1

Für Allergiker verträglicher

Alte Apfelsorten werden von Apfelallergikern besser vertragen als moderne Züchtungen. Dazu gehören zum Beispiel der Eifeler Rambur, Alkmene, Goldparmäne, Goldrenette, Gravensteiner, Rubinette, der rote Boskoop oder der Finkenwerder Herbstprinz, eine der ältesten Kultursorten unserer Region. Diese Sorten enthalten sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole, die Apfelallergene stilllegen können. Um süßere und robustere Sorten zu gewinnen, wurden bei neueren Züchtungen Phenole oft herausgezüchtet. Sauer macht demnach nicht nur lustig, sondern auch gut! Dennoch müssen Allergiker Äpfel stets mit Vorsicht genießen, und eher im Kompott, Apfelmus oder im Kuchen als unverarbeitet. Denn Hitze kann ein bestimmtes, in Europa verbreitetes Allergen im Apfeleiweiß zerstören. Welche Äpfel nun genau für Allergiker bekömmlicher und welche Sorten eher nicht geeignet sind, erfahren Interessierte zum Beispiel auf der Webseite des BUND Lemgo. Dort kann auch eine ausführliche Sortenliste heruntergeladen werden. Einfach hier klicken:  Bund Lemgo: Info Apfelallergie.

Lagerbare Sorten

Länger aufbewahren lassen sich alte Apfelsorten wie Berlepsch, Boskoop, Braeburn, Cox Orange, Gala, Gloster, Golden Delicious, Jonagold, Ontario und Elstar. Auch der Topaz aus dem Bio-Anbau wird spät geerntet und oft bis ins nächste Jahr gelagert.

So lagern Sie Äpfel richtig

Mit ihrer dünnen Haut und dem saftigen Fleisch sind Äpfel sehr druckempfindlich. Sie sondern zudem Ethylengas ab, das sich auf anderes Obst und Gemüse in unmittelbarer Nähe auswirken kann. Diese reifen und verderben dann schneller. Unsere Tipps zur Lagerung.

  1. Für eine Lagerung von Äpfeln, die bald verzehrt werden, ist das Obstfach im Kühlschrank empfehlenswert. Dort bleiben sie tagelang knackig.
  2. Verpacken Sie die Äpfel alternativ in Gefrierbeutel mit Luftlöchern. Dabei entsteht eine sauerstoffarme Atmosphäre mit genügend Luftfeuchtigkeit.
  3. Bei größeren Mengen, die länger liegen sollen, die Äpfel möglichst mit dem Stil nach unten kuller- und kollisionssicher lagern. Aufeinanderstapeln würde sie belasten. Nutzen Sie dazu besser Obststeigen. Regelmäßig kontrollieren und wurmige, faulende oder kaputte Exemplare aussortieren, da andere Äpfel sonst auch kaputtgehen könnten. Frühe Äpfel sind zum Einlagern meist weniger geeignet, besser die Ernte ab Mitte September.
  4. Kühl und dunkel in einem frostsicheren Raum (Keller, Garage, Gartenhaus, Dachboden etc.) mit guter Durchlüftung lagern.
  5. Zu trockene Räume lassen Äpfel schrumpelig werden, zu hohe Raumtemperaturen lassen sie schneller reifen. Bei Überlagerung können sie schwarze Punkte bekommen, die etwas bitter schmecken, aber ungefährlich sind.
  6. Auch beschädigte Äpfel sind viel zu schade für die Abfalltonne. Sie lassen sich zum Beispiel noch hervorragend für Kompott, Apfelmus oder als Müslizugabe verwerten. Schnippeln Sie einfach die beschädigten Stellen großzügig weg.
  7. Aufgeschnittene und geraspelte Äpfel mit etwas Zitronensaft beträufeln. So färben sie sich nicht so schnell braun.

Fakten für Apfelfans

  • Der Apfel (Malus domestica) ist botanisch gesehen ein Rosengewächs und stammt wahrscheinlich aus Gebirgsregionen in China.
  • Deutschland ist viertgrößter Produzent in Europa mit rund 34.000 Hektar Anbaufläche.
  • Die größten Anbaugebiete finden sich in Niedersachsen im Alten Land bei Hamburg, in Nordrhein-Westfalen, in Sachsen-Anhalt und in Baden-Württemberg mit der Bodensee-Region.
  • Jeder vierte Apfel, der in Deutschland verspeist wird, stammt aus dem Alten Land. Die Region weiß ihr Produkt auch touristisch zu vermarkten. Wie wär’s mit einer Patenschaft für einen Baum – oder einem Apfel-Diplom?
  • Die meistgekaufte Apfelsorte in Deutschland ist „Elstar“.
  • Der jährliche Pro-Kopf-Verzehr von Äpfeln liegt laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Deutschland bei rund 19 Kilogramm. Pro Kopf landen jedoch auch rund 9 Kilogramm angeschlagenes Obst im Müll. Das ließe sich mit guter Lagerung und geschickter Resteverwertung noch mehr reduzieren. Kennen Sie zum Beispiel die „Beste Reste“-App des BMEL mit Tipps und Rezepten?
  • Als Tafeläpfel werden im Handel die Äpfel bezeichnet, die für den puren Snack ideal sind. Die meisten deutschen Apfelsorten eignen sich dafür.
  • Ein bewährtes Hausrezept bei Durchfall: Ein frisch geriebener Apfel liefert den Ballaststoff Pektin, das auch Marmelade eindicken lässt. Das Pektin quillt im Darm, bindet die Flüssigkeit im Stuhl und sorgt so wieder für Ruhe.
  • Der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) hat 2020 mit „Geerntet in Deutschland“ ein neues Verkaufslogo eingeführt, das Verbrauchern bei Erzeugnissen aus regionalem Anbau Orientierung geben soll.
  • Derselbe Interessenverband hat den „Tag des deutschen Apfels“ initiiert, der am 11. Januar zelebriert wird.
  • Die Apfelköniginnen aus den regionalen Anbaugebieten sind jedes Jahr beim Apfelkabinett im Bundeskanzleramt zu Gast.

 

Michaela Del Savio

Redakteurin, BARMER | Unternehmenskommunikation

Bildnachweis

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