Startseite Gesundheit Alles im Fluss: So wichtig ist unser Blutdruck
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Was ist eigentlich der Blutdruck?

Stellen Sie sich eine Autobahnstrecke von 100.000 Kilometern vor. Würde es eine solch gigantische Fahrbahn geben, könnten Sie darauf mehr als zwei Mal die Welt umrunden. Im Miniaturformat trägt jeder von uns eine solche Strecke in sich. Sie besteht aus unzähligen Arterien, Kapillaren und Venen – sie bilden unser Blutgefäßsystem. Durch diese Gefäße rauscht unser Blut und versorgt unsere Organe Tag und Nacht mit Sauerstoff. Stillstand? Gibt es nicht!

Aber wie bleibt unser Blut ein Leben lang in Bewegung? Das haben wir unserem Blutdruck zu verdanken. Damit ist der Druck gemeint, mit dem das Herz Blut durch unser Gefäßsystem pumpt. Ohne diesen Druck gäbe es einen Stau auf unserer Miniatur-Autobahn. Das Blut ist also ganz passiv, es wird durch unseren Körper „gedrückt“. Bei diesem Vorgang entsteht auch noch an anderer Stelle ein Druck – nämlich in unseren Gefäßen. Das Blut, das durch sie hindurchströmt, übt von innen Kraft auf die Gefäßwände der Arterien und Venen aus. Die Wände sind flexibel und können sich entsprechend dehnen. Diese Dehnung wird permanent von sogenannten Barorezeptoren registriert. Das sind Drucksinneskörperchen, die die Informationen ans Gehirn weitergeben. Das Gehirn sendet dann wiederum Signale, die dazu führen, dass sich die Blutgefäße enger oder weiterstellen. Sprich: Je höher der Blutdruck ist, desto gedehnter ist die Gefäßwand. Je niedriger der Blutdruck, desto enger die Gefäßwand.

Man unterscheidet zwei Arten von Blutdruck:

  1. Systolischer Blutdruck
    Er entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht – diese Phase nennt man Systole. Dabei wird das Blut aus dem Herzen in Richtung Hauptschlagader (Aorta) gepumpt. Es entsteht eine Druckwelle, die sich weiter über die Wände der Arterien fortsetzt.
  2. Diastolischer Blutdruck
    Dieser Druck herrscht, wenn sich der Herzmuskel ausdehnt, um sich mit Blut zu füllen. Auch in dieser Phase herrscht Druck in den Gefäßen. Er ist jedoch niedriger als der systolische Blutdruck.

Die Blutdruckwerte können schwanken. Bei körperlicher Anstrengung oder auch Stress steigen sie an.  Ruhen wir uns aus oder schlafen, sinkt er. Bei gesunden Menschen pendelt sich der Blutdruck immer wieder im Normalbereich ein.

Folgende Faktoren können Einfluss auf unseren Blutdruck nehmen:

  • Tageszeit (häufig ist der Blutdruck am frühen Vormittag am höchsten und sinkt während des Schlafens in der Nacht auf seine Tiefstwerte)
  • Körperaktivitäten wie Sitzen, Stehen, Liegen
  • Stress
  • Schmerzen
  • Klimatische Bedingungen wie Hitze, Kälte oder Nässe
  • Umgebungseinflüsse wie Lärm, Vibration, elektrischer Strom oder Höhenbedingungen
  • Schadstoffe wie Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff oder Arsen
  • Rauchen, Alkohol, Kaffee
  • Füllung der Harnblase

 

Blutdruckmessen beim Arzt mit Manschette und Stetoskop

Blutdruckwerte verstehen

120/80, 129/84 – bitte was? Wenn der Arzt unseren Blutdruck misst, hören wir uns häufig recht ahnungslos das Ergebnis an. Im besten Fall kommt ein erlösendes „Alles im grünen Bereich“ hinterher, sodass wir die geheimnisvollen Zahlen nicht weiter hinterfragen müssen.

Damit Sie beim nächsten Mal auch ohne ärztliche Interpretation den Durchblick haben, finden Sie hier eine einfache Erklärung der Blutdruckwerte:

Die erstgenannte Zahl wird oberer systolischer Wert (SBD) genannt. Dieser Wert beschreibt den Druck in den Arterien, wenn das Herz Blut pumpt. Der optimale obere Blutdruckwert beträgt 120 mmHG – die Abkürzung steht für Millimeter Quecksilbersäule. Die zweite Zahl beschreibt den sogenannten diastolischen Blutdruck. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich dabei um den „Rest“-Druck, der bei der Erschlaffung des Herzmuskels übrig bleibt. Der optimale untere Wert beträgt 80 mmHG.

Ist der Blutdruck zu hoch? Zu niedrig? Oder genau richtig? Mit der Blutdruckampel können Sie Ihre Werte selbst interpretieren:

Grafik einer Blutdruckampel

Gut zu wissen

Für die Diagnose Bluthochdruck müssen nicht beide Grenzwerte des Blutdrucks überschritten sein. Auch wenn nur einer der beiden Grenzwerte (140 bzw. 90 mmHg) erreicht ist, liegt ein Bluthochdruck vor.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER | Unternehmenskommunikation

Bildnachweis

  • Stress lässt den Blutdruck steigen; Foto: 331437108 / famveldman /stock.adobe.com
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  • Blutdruck messen beim Arzt; Foto: 68236723 / Racle-Fotodesign / stock.adobe.com
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