Achtsamer Medienumgang: Empfehlungen für Einsteiger
Gesundheit

24 Stunden digital total?

Die Digitalisierung hat unseren Alltag zweifellos komfortabler gemacht. Mittels Smartphone, Tablet und Laptop sind wir jederzeit online erreichbar, kommen direkt an Informationen, können uns mit der ganzen Welt vernetzen und dank passender Apps vieles online regeln. Gleichzeitig bedeutet es auch, dass wir immer mehr Zeit mit den digitalen Geräten verbringen – immer öfter auch auf Kosten von Lebensqualität und Gesundheit.

So ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen versuchen, den digitalen Konsum wieder einzuschränken, bevor Stress, Burnout oder eine Abhängigkeit entstehen kann. Ziel ist es, sich der ständigen Erreichbarkeit und der virtuellen Welt bewusst zu entziehen und dafür wieder mehr in der realen Welt zu unternehmen.

Auch die aktuelle BARMER-Umfrage hat gezeigt: „Digital Detox“, wie der neue Fastentrend bezeichnet wird, ist für 37 Prozent der deutschen Bevölkerung ein wichtiges Thema. 13 Prozent haben das sogar schon in die Tat umgesetzt und ein Viertel der Befragten erwägt, es zumindest auszuprobieren. Entsprechend gibt es heute Digital-Detox-Urlaube und Klosterstille als Gegenkonzept. Auch Smartphone-Hersteller Apple bietet neuerdings Funktionen an, mit der man seine Bildschirmzeit erfassen und begrenzen kann. Doch eigentlich würde es schon genügen, seine Mediengewohnheiten zu hinterfragen und mit kleinen Übungen bewusst gegenzusteuern.

 

Tipps für digitales Fasten im Alltag

Mit solchen Veränderungen im Alltag können Sie Ihre persönliche Strategie für das digitale Fasten entwickeln. Und: Es ist in Ordnung, wenn Sie zunächst einmal scheitern. Probieren Sie es immer wieder, bis sich die neuen Gewohnheiten eingeprägt und verselbständigt haben. Mit einer oder mehreren dieser Maßnahmen könnten Sie zum Beispiel starten:

 

Achtsamer Medienumgang

Mediale Auszeiten

  • Stellen Sie für sich (und Familienmitglieder) Regeln auf, wann und wo Geräte grundsätzlich weggelegt oder gar aus dem Raum geschafft werden: bei den Mahlzeiten, beim Lernen und Spielen, im Schlafzimmer, am Sonntag, während Gesprächen …
  • Kehren Sie zum klassischen Wecker zurück, damit Ihr erster Griff am Morgen nicht gleich zum Smartphone geht.
  • Legen Sie eine bestimmte Zeit am Tag fest, in der Sie E-Mails checken, online surfen und spielen und in sozialen Netzwerken aktiv sind. Wie viel verpassen Sie tatsächlich? Könnten Sie diese Zeit noch weiter einschränken?
  • Legen Sie umgekehrt auch eine bestimmte Zeit fest, in der Sie grundsätzlich nicht erreichbar sind: im Büro, nach Feierabend oder am Sonntag.
  • In Ihrer Freizeit sollten Sie zudem keine beruflichen Mails beantworten. Fürsorgliche Arbeitgeber nehmen darauf Rücksicht.
  • Vereinbaren Sie mit Kollegen und Freunden, bei Wichtigem doch direkt durchzurufen. Das befreit Sie davon, ständig Whatsapp und SMS checken zu müssen. Erinnern Sie sich daran, dass es Zeiten ohne Whatsapp, Twitter und Facebook gab.
  • Das Sofa lockt – das Tablet daneben auch? Vermeiden Sie zielloses Klicken und Surfen ganz ohne Grund.
  • Schaffen Sie sich bewusst fernsehfreie Abende oder Wochentage und nutzen sie diese Zeit anderweitig. Das Phänomen des „Second Screens“ verstärkt die mediale Routine oft noch, wenn Sie beim Fernsehen gleichzeitig noch online sind.
  • Prüfen Sie, ob Sie Ihren Fernseher wirklich als abendliche Einschlafhilfe brauchen. Setzen Sie sich mit Schlafhygiene-Regeln auseinander. Tipps dazu finden Sie unten.
  • Widmen Sie sich einer Tätigkeit in voller Konzentration und ganz ohne Ablenkung. Lernen Sie so, den „Flow“ wiederzufinden, der sich nach einer längeren ungestörten Tätigkeit einstellen kann. Das ständige Klicken am Smartphone-Bildschirm lässt viele Menschen diesen positiven Zustand des Vertieftseins vergessen.

 

Technischer Downgrade

  • Deaktivieren Sie Push-Benachrichtigungen von Apps, soweit es möglich ist. Die oft schon auf dem Sperrbildschirm erscheinenden, oft nur pseudo-wichtigen Meldungen, gern noch mit Warnton versehen, verleiten zum Sofort-Check – und schon sind Sie wieder online.
  • Prüfen Sie regelmäßig, welche App tatsächlich Nutzen bietet und deinstallieren Sie konsequent alles, was nur unnötig „bimmeln“ könnte.
  • Sie wollen wirklich mal ungestört sein? Aktivieren Sie den Flugmodus am Smartphone. Kamera, Taschenrechner und andere Anwendungen könnten Sie zwar weiter nutzen, doch damit sind Sie schon einmal für Anrufe, Mails und Kurznachrichten offline. Ganz ausschalten ist natürlich auch eine Option …

 

Achtsamer durchs Leben

  • Gehen Sie grundsätzlich achtsamer mit Ihrer Zeit und Ihrer Gesundheit um und fördern Sie Ihr Wohlbefinden mit viel Bewegung und ausreichend Erholung.
  • Die „Medienfrei“-Zeit können Sie anderweitig in der „realen Welt“ nutzen: mit Ihrer Familie und Freunden, bei einem Hobby oder für lange anstehende Projekte.
  • Ihre Resilienz, also die persönliche Stress-Widerstandsfähigkeit, können Sie mit Yoga oder Meditation stärken.
  • Tipps und Übungen zur Stressbewältigung durch Achtsamkeit finden Sie auch im Gesundheitscampus auf der BARMER-Homepage.
  • Sie möchten mehr Qualität in Ihre Schlafenszeit bringen? Ansatzpunkte dafür bietet Ihnen unser Schlafhygiene-Einmaleins (PDF)


Mehr Informationen zum Thema „Achtsamkeit“

finden Sie auch auf den Seiten 8-10
der aktuellen Print-Ausgabe
des BARMER-Magazins für Versicherte.

Claudia Rembecki

Redakteurin, BARMER Unternehmenskommunikation

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